Freitag, 26. Juni 2009

Gabeltauchrohre

So, die Gabeltauchrohre sind nun auch durchgespült und zusammengebaut. Jetzt muss noch Fett rein und dann kann ich sie wieder einbauen.

Zum Spülen der Rohre habe ich Kettenreiniger von HeinPoLouis genommen. Das geht ganz gut.
Diesel eignet sich leider nicht so gut dafür, weil die Reste nie verdunsten. Die Teile bleiben immer irgendwie glitschig. In den Rohren befand sich Schmutz und Abrieb von 55 Jahren.
Ab jetzt wird nimmer zerlegt, sondern zusammengebaut. Die "neuen" Gabelstandrohre passen perfekt. Sie stammen von einer Maschine, die 1952 gebaut wurde, sind also etwas älter als meine. Sie waren nur deshalb nicht vom Rost zerfressen, weil irgendein guter Mensch die Hohlräume der Lampenhalter-Hülsen mit Schmierfett gefüllt hatte. So wie das Fett roch, muss das bereits in den 50er Jahren gewesen sein - puuuh. Aus welchen Rohstoffen die damals Schmierfett gemacht haben, will ich gar nicht so genau wissen... Aber offenbar half es, dem Rostfraß vorzubeugen.

Sonntag, 21. Juni 2009

Wiedereinbau Lenkkopflager und Gabelbrücke

Nun ist es soweit: das neue Lenkkopflager (man erinnere sich: das Lager aus der Ural 650 passt hier perfekt) ist in den Lenkkopf eingesetzt und die Gabelbrücken mitsamt den Standrohren wieder eingesetzt.
Hier: Oberes Lenkkopflager.

Unteres Lenkkopflager. Da die Kugeln hier lose in die Lagerschalen eingelegt sind, müssen sie für die Montage mit Wälzlagerfett auf die Lagerschalen geklebt werden, damit sie beim Zusammenfügen nicht herausfallen.
Manche Motorräder hatten auch Lagerkäfige, das war dann ein bisschen einfacher zu montieren. Aber die Tragfähigkeit beim Lager ohne Käfig ist natürlich höher, da hier deutlich mehr Kugeln drin sind. Durchmesser 5,96 mm beim Ural Lager (5,46 beim originalen Lager, das defekt war). Mit dem Fett nicht sparsam sein ...

Freitag, 19. Juni 2009

Generator und Zündanlage

Heute kam die Anlage von Powerdynamo per Post. Meine alte 30 Watt Bosch Anlage, die ich als Muster hingeschickt hatte, haben sie mir sauber verpackt auch wieder mitgegeben. Bin gleich im Keller verschwunden, um zu prüfen, ob sie passt.


Alles paletti, sowohl der Stator als auch der Rotor passen genau an meinen Motor und im montierten Zustand auch zueinander. Nur für die Kabelführung musste ich mit der Feile eine kleine Anpassung machen. Kann's kaum abwarten, bis ich die Funktion prüfen kann. Aber dazu muss der Motor erst in das Fahrgestell eingebaut werden.
Hier mit eingebautem Stator:


... und mit aufgesetztem Magnet-Schwungrad (Rotor):

Donnerstag, 18. Juni 2009

Die Vorderradgabel


..., die ich in gebrauchtem Zustand gekauft habe, ist heute endlich per Post gekommen. So (Bild links) kam sie an. Ich habe sie dann gleich zerlegt und überprüft. Äußerlich sah sie ziemlich mitgenommen aus, innen alles voll mit altem stinkenden Schmierfett; aber das Wichtigste ist:

die Standrohre, die bei meiner Gabel im Bereich zwischen den Gabelbrücken durch Korrosion zerfressen waren, sind bei dieser Gabel einwandfrei. Also: aus 2 mach 1. Mit den besten Teilen aus beiden Gabeln baue ich mir meine neue Vorderradführung zusammen.
Übrigens: die Bohrungen, die auf dem Bild rechts zu sehen sind, müssen beim Zusammenbau der Gabel mit den Schmiernippeln in der unteren Gabelbrücke fluchten, damit das Innere der Gabelmechanik mit einer Fettpresse abgeschmiert werden kann.

Sonntag, 14. Juni 2009

Hinterradfederung wieder eingebaut

Mit den neuen Gummi-Faltenbälgen versehen und den neuen Messing Führungsbuchsen ausgerüstet habe ich die Hinterradfederung heute wieder in den Rahmen eingebaut. Passt! Die Gleitführungen habe kein fühlbares Spiel mehr und sie lassen sich trotzdem leichtgängig bewegen.
Jetzt muss ich noch meine alte Fettpresse im Keller finden (ja, die kleine Hand-Fettpresse, die die Firma Rabeneick damals jedem Käufer als Erstausrüstung mit ins Bordwerkzeug gelegt hat). Damit werde ich die Federelemente sauber abschmieren.
Soll ich dafür normales Wälzlagerfett nehmen oder evtl. das teure mit MoS2 Zusatz?

Samstag, 13. Juni 2009

Oldiemarkt in Königsbrunn

Zum ersten Mal habe ich den Oldtimer Markt in Königsbrunn bei Augsburg besucht. Der Eintritt war vergleichsweise günstig, das Parken problemlos und die Stimmung gelöst. Es wurde viel von Privat angeboten. Und ich bin fündig geworden: endlich habe ich Ersatz für die Gummi-Faltenbälge der Hinterradfederung gefunden. Und noch ein paar weitere Sachen, wie Bowdenzüge, Schraubschellen usw.
Homepage der Oldtimerfreunde Königsbrunn
Es war gemütlich dort und war nicht so ein Gedränge und Geschiebe wie auf den "grossen" Märkten. Und abgezockt wurde man auch nicht. Liebe Oldtimerfreunde Königsbrunn - das habt ihr gut gemacht.

Mit den gefundenen Teilen habe ich dann zu Hause gleich die Federpatronen der Hinterradaufhängung komplettiert. Jetzt muss ich sie nur noch einbauen.

Dienstag, 9. Juni 2009

Vorderradgabel ersteigert

Habe gerade eine Vorderradgabel für meine Rabeneick ersteigert. Hoffentlich sind die entscheidenden Teile (Gabelstandrohre) in besserem Zustand als bei meiner. Werde dann wohl aus beiden Gabeln die jeweils besten Teile entnehmen. Freu! Kann's kaum erwarten, bis sie da ist...

Sonntag, 7. Juni 2009

Motor komplettieren (I)


Vor Jahren habe ich für den Motor, den ich dann in die Rabeneick einbauen will, den Zylinder honen lassen und einen entsprechenden Übermasskolben von der Firma Kolben Wahl anfertigen lassen.
Wahl Spezialkolben GmbH
(Hinweis: ich bekomme kein Geld dafür, dass ich in meinem Blog Namen von Produkten oder Firmen nenne. Der Grund für die Nennung ist lediglich, dass ich anderen Bastlern, die Hilfe bei der Restaurierung benötigen, Tipps geben will.)
Da ich damals keinen neuen Kolbenrohling hatte, nahm ich einen Übermasskolben, der allerdings schon ein paar tausend km gelaufen war.

Der Zylinder wurde auf 61,70 mm gearbeitet, der Kolben passend dazu mit ein paar hundertstel Untermass. Der Kolben ist aber nicht exakt zylindrisch, sondern leicht ballig gearbeitet, damit die unterschiedliche Temperaturverteilung und Wärmeausdehnung berücksichtigt werden kann. Dadurch kann man angeblich eine insgesamt engere Passung wählen (geringere Laufgeräusche) und natürlich bessere Abdichtung. Die Ringe und die Feuerstege haben feine Rillen, was ein schnelleres Einlaufen des Kolbens im Zylinder begünstigen soll.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Die Zündanlage

Was früher mal eingebaut war: der sog. SchwungLichtMagnetZünder des Sachs-Motors (Fabrikat BOSCH) ist schon für damalige Verhältnisse eher bescheiden dimensioniert gewesen:

Ein 6V Wechselstrom-Generator mit gesamt 30 Watt Licht- und Ladeleistung, ohne Spannungsregelung. Man rechnete damals mit 25 Watt Scheinwerferbirne (das entspricht ungefähr der berühmten elektrischen Dunkelheit), dazu 2 Watt Rücklichtbirnchen (ein Glühwürmchen schafft heute fast dasselbe) und 3 Watt Ladeleistung für die Batterie, die hier nur Hupe, Brems- und Standlicht versorgen musste.
Aber das war bei Generator-Nenndrehzahl gerechnet, im Leerlauf glühen die Birnchen halt entsprechend dunkler. Und von technischen Errungenschaften wie Blinker (Pflicht erst ab 1959) und Tachobeleuchtung habe ich noch gar nicht mal gesprochen. Jetzt muss man noch berücksichtigen, dass die Permanentmagnete im Schwungrad mit den Jahren schwächer geworden sind, dann weiss man: das würde mit der alten Original-Anlage wohl kaum mehr ein sicheres Fahren bei Nacht werden.
Die elektrische Anlage entsprach in etwa diesem Schaltbild:
LM/UT/1/142/30-L6
Zur Erinnerung: tagsüber mit eingeschaltetem Hauptscheinwerfer zu fahren (Sicherheitsgedanke) war bei Motorrädern damals noch gar nicht üblich; tagsüber wurde normalerweise ohne Licht gefahren, um die Batterie zu laden, nachts war die Ladebilanz eben meist negativ. Im ausgewogenen Mittel ging das vielleicht gut, vorausgesetzt, die Anlage war in einwandfreiem Zustand. Heute müsste man die Batterie vermutlich zwischen den Fahrten regelmäßig ans Ladegerät anschliessen.
Auf Blinker und Bremslicht und mindestens 45 Watt Biluxlampe im Scheinwerfer wollte ich schon 1978 nicht verzichten, deshalb baute ich damals einen Sachs-Motor aus einem Messerschmitt Kabinenroller ein, der eine 90Watt Gleichstromlichtmaschine mit elektromechanischem Regler besaß. Die Lichtmaschine war fast so gross wie der restliche Motor, aber ich hatte LICHT! Die optische Veränderung am Motor störte mich damals nicht so, die Funktion stand im Vordergrund, denn ich brauchte das Motorrad 8 Jahre und über 50.000 km lang als normales Verkehrsmittel - tags oder eben auch nachts.
Heute ist es technisch möglich, mit dem gleichen Platzbedarf der alten 6 Volt / 30 Watt Anlage eine 12 Volt / 100 Watt Anlage mit Spannungsregelung unterzubringen. Das will ich in meiner Rabeneick probieren, man soll die Nachrüstanlage von aussen nicht sehen. Ich habe schon Kontakt mit den Leuten von Powerdynamo aufgenommen und werde berichten, ob der Umbau möglich ist und was er bringt.
Powerdynamo
Stay tuned...